Die Legende (Mit einem
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Im März 1954 erschien der erste Cotton-Krimi
im Bastei Lübbe Verlag. Zwei Jahre
später erschien der erste Roman einer eigenständigen
Jerry-Cotton-Reihe. Mittlerweile sind es
rund 2.500 Folgen, die den Weg in den Handel gefunden haben. Die
Gesamtauflage beträgt über 850 Millionen Hefte. Die blanken Zahlen
verraten viel, jedoch nicht alles. Schauen wir hinter die Kulissen:
Erfinder der Figur war Delfried Kaufmann,
der mit "Jeremias Baumwolle" eigentlich die
Krimigattung auf die Schippe nehmen wollte. Dem Verleger
Gustav Lübbe gefiel die Idee.
Als wichtigster Verfasser der frühen Jahre gilt
Heinz Werner Höber aus Recklinghausen.
Der 1931 Geborene prägt seit 1955 Stil und Inhalt der Serie.
Akribisch recherchierte er über New York
und die Arbeit der amerikanischen Bundeskriminalpolizei
FBI, ohne aber da gewesen zu sein – aus Geldmangel. Er sammelte
alle Zeitungsartikel über New York und ließ
sich kiloweise Informationsmaterial schicken - Stadtpläne, Telefonbücher
und anderes. Deutsche Matrosen kontrollierten in
New York Cottons Fahrtrouten mit der
Stoppuhr und waren zufrieden. Fanpost wurde nicht nur an den Verlag,
sondern auch an "Jerry Cotton, FBI New York"
geschickt.
Über 100 Autoren haben die Geschichten für die wöchentlich erscheinenden
64-Seiten-Romane geschrieben. Damit bei so vielen verschiedenen Federn
das Typische erhalten bleibt, gibt es Richtlinien für die Schreiber,
deren Name nie auf dem Cover steht. Hinter den Pseudonymen trifft der
Hörspielfreund auf alte Bekannte.
Rolf Kalmuczak der später als
Stefan Wolf mit der
TKKG-Serie berühmt werden wird, war Lektor
und Autor der Jerry-Cotton-Reihe. Auch
Helmut Rellergert, bekannt als
Jason Dark, war langjähriger Autor für die Serie.
Trotz aller Modernisierung ist die Auflage der
Cotton-Romane jedoch stark gesunken: Von einst 250.000 auf heute
40.000 wöchentlich. Der Verlag geht davon aus, dass ganz überwiegend
Männer zu diesem Heft greifen. Der Erfolg der privaten Fernsehsender,
und das analysierte das Magazin "Stern"
bereits 1999, verhindere das Nachwachsen junger Leser.
Hollywoods Actionfilme tun ein Übriges, um
Cotton "rührend altmodisch" (Frankfurter
Allgemeine Zeitung) aussehen zu lassen.
Die grundlegende Struktur der Cotton-Krimis
hat sich nicht geändert. Die Fronten zwischen Gut und Böse sind klar,
das Gute siegt nach viel Schießerei und harten Kämpfen. Logisches
Kombinieren ist nebensächlich. Die G-Men
sind nach dem Tod eines Gangsters schon mal sensibel, die Verbrecher
meist hässlich. Frauen haben langes Haar, üppige Brüste und heißen
üblicherweise "Puppe" oder "Girl". Die Sprache ist einfach, die Sätze
sind kurz. An umgangssprachlichen Begriffen und Adjektiven mangelt es
nicht. Die Sicht ist in der Regel die des Titelhelden, was die
Identifikation erleichtert.
Quellen: [www.goethe.de, www.lexikon.freenet.de,
www.epoche-3.de]
Die Verfilmungen:
Legenden verlassen irgendwann die literarischen Vorlagen und lassen ihre
Heldentaten auf Celluloid bannen. So auch Jerry
Cotton. In insgesamt acht Filmen darf der amerikanische
Hauptdarsteller George Nader in der Rolle
des G-Man brillieren.
Eine Übersicht aller Filme mit Inhaltsangaben und den Lebensdaten des
Protagonisten findest Du
hier.
Die Hörspiele:
Der Hörspielsammler hat die Auswahl. Neben einem Einzelhörspiel von
Karussell (Schüsse
aus dem Geigenkasten), buhlen zwei Serien um die Gunst des
Hörspielfreundes. Zum Ersten die hier vorgestellte sechszehnteilige
Serie von SPV mit
Manfred Lehmann als Sprecher des
G-Man und zum anderen die
sechsteilige Serie aus dem Hause TonStudio
Braun, die in zwei verschiedenen Covervarianten erschienen ist.
Während die TSB Serie in ganzer Linie
überzeugen kann, muss hier darauf hingewiesen werden, dass es gerade für
die ersten 4 Folgen unabdingbar ist, dass man die Stimme
Lehmanns mehr als zu schätzen weiß. 70 min
pro Hörspiel sind eine lange Zeit und die ersten 4 Folgen sind reine
Lesungen, so dass man den „Lehmann-Overkill“
erleben darf.
Ab Folge 5 ändert sich das Bild und man trifft auf weitere bekannte
Sprecher, wie den omnipräsenten Kerzel,
Volker Brandt und
Thomas Danneberg. Hier brauch man sich wahrlich nicht zu
verstecken. Die Entwicklung weg von der Lesung hat der Serie gut getan.
Mit eben jener Folge 5 änderte sich auch das Erscheinungsbild der Serie.
Die vorher mehr oder minder gelungen Zeichnungen würden durch Bilder aus
den klassischen Verfilmungen ersetzt.
Auch bei der SPV-Serie lässt sich, wie
schon bei der TSB-Serie, ein massiver
Preisverfall beobachten. Ich habe die Serie schon zu Spottpreisen
weggehen sehen. Neue Jerry Cotton-Folgen
von SPV sind laut der offiziellen Homepage für
das Frühjahr 2006 zu erwarten. Fazit: Viel Hörspiel für wenig Geld bekommt man bei beiden
Serien. Unbedingt mal reinhören. Spunky
Die
folgenden 16 Hörspiele sind beim Label SPV erschienen:
1 -
In Aspen ist die Hölle los
2 -
Mir blieben nur noch Stunden
3 -
Route 66 - Straße zur Hölle
4 -
Blutnacht auf dem Airport
5 -
Die letzte Fahrt im Jaguar
6 -
Phil Decker und die Selbstmord-Falle
7 -
Der Rattenfänger von Brooklyn
8 -
Die Lady, die Phil Decker jagte
9 -
Eine Milliarde Euro
10 -
Dealer des Todes
11 -
Hawaii - Job in der Hölle
12 -
Mein heißer Deal in New Orleans
13 -
Die Prinzessin aus der Bronx
14 -
Wir und die Millionen-Zwillinge
(Teil 1 von 3)
15 -
Das verdammte Geld
(Teil 2 von 3)
16 -
Der Kokain-Baron
(Teil 3 von 3)
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